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SAP API Policy v4/2026: DSAG Kritik und Entwickler-Backlash – Was deutsche SAP-Teams jetzt wissen muessen

Sebastian Vogt

Sebastian Vogt

Senior IT-Arbeitsmarkt-Analyst Deutschland · 11. Mai 2026 · 14 Min. Lesezeit

TL;DR

  • SAPs neue API Policy v4/2026 (veroeffentlicht Ende April 2026) beschraenkt den Systemzugriff auf veroeffentlichte, dokumentierte APIs und verbietet in Abschnitt 2.2.2 ausdruecklich die Nutzung von SAP-APIs durch (semi-)autonome oder generative KI-Systeme.
  • Die DSAG (Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe) kritisiert massive Unsicherheit: Es sei nicht klar, welche APIs betroffen sind, und Geschaeftsmodelle von Partnern koennten zusammenbrechen. Undokumentierte Schnittstellen, die jahrelang toleriert wurden, sind jetzt vertragswidrig.
  • Fuer deutsche Entwickler und SAP-Teams bedeutet das: sofortiges API-Audit, Migration auf veroeffentlichte APIs, Clean-Core-Wrapper ueber SAP BTP und eine komplette Neuausrichtung aller KI-Integrationen.

Ende April 2026 hat SAP eine aktualisierte API Policy veroeffentlicht, die das SAP-Oekosystem in Aufruhr versetzt. Die API Policy v4/2026 beschraenkt den Systemzugriff auf veroeffentlichte, dokumentierte APIs im SAP Business Accelerator Hub und verbietet in Abschnitt 2.2.2 ausdruecklich die Nutzung von SAP-APIs durch autonome oder generative KI-Systeme. Die Reaktion war sofort und heftig: Die DSAG (Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe) warnt vor massiver Unsicherheit, Partner sehen ihre Geschaeftsmodelle in Gefahr, und Entwickler sprechen offen von Vendor Lock-in. Fuer die rund 300.000 SAP-Fachkraefte in Deutschland ist das eine Nachricht mit unmittelbaren Konsequenzen.

Was die API Policy v4/2026 konkret aendert

Um die Tragweite zu verstehen, muss man die drei zentralen Aenderungen der neuen Policy kennen. Jede einzelne hat das Potenzial, bestehende Integrationen und Geschaeftsmodelle zu zerstoeren.

1. Nur veroeffentlichte APIs sind erlaubt: SAP API Policy v4/2026 verstaerkt die Regel, dass ausschliesslich veroeffentlichte APIs – also solche, die im SAP Business Accelerator Hub oder in der offiziellen Produktdokumentation gelistet sind – genutzt werden duerfen. Die Nutzung interner, privater oder nicht veroeffentlichter APIs ist ausdruecklich untersagt. Das klingt vernuenftig, ist aber in der Praxis eine Zeitbombe: Tausende Unternehmen nutzen seit Jahren undokumentierte Schnittstellen, weil SAP keine veroeffentlichten Alternativen angeboten hat.

2. KI-Systeme duerfen keine SAP-APIs nutzen: Abschnitt 2.2.2 ist der explosivste Teil der neuen Policy. Er verbietet die Nutzung von SAP-APIs fuer die „Interaktion oder Integration mit (semi-)autonomen oder generativen KI-Systemen, die Sequenzen von API-Aufrufen planen, auswaehlen oder ausfuehren“. Ausgenommen sind nur KI-Architekturen, die SAP selbst ausdruecklich unterstuetzt – sprich: SAPs eigene KI-Loesungen wie Joule. Drittanbieter-KI-Agenten wie Microsoft Copilot, autonome Integrationsplattformen oder selbstentwickelte KI-Systeme sind damit de facto ausgesperrt.

3. Verbot von Scraping und Massenextraktion: Die Policy verbietet ausdruecklich das „Scraping, Harvesting oder systematisches und/oder grossflaechiges Extrahieren oder Replizieren von Daten“ ueber SAP-APIs. Das betrifft nicht nur offensichtliche Faelle, sondern potenziell auch legitime Datenintegrationen, die groessere Datenmengen bewegen – etwa fuer Data-Warehouse-Beladungen oder Analytics-Plattformen.

💡 Unsere Experteneinschaetzung

SAP hat mit Abschnitt 2.2.2 eine klare Linie gezogen: KI-Agenten, die nicht von SAP selbst kommen, sind unerwuenscht. Das ist aus Sicht von SAP nachvollziehbar – sie wollen Joule als den einzigen KI-Zugang zu SAP-Systemen positionieren. Aber fuer Unternehmen, die bereits in Multi-Vendor-KI-Strategien investiert haben, ist das ein strategischer Albtraum. Die Policy zwingt sie, zwischen SAP-Compliance und KI-Innovation zu waehlen. Wer beides will, muss erhebliche Architektur-Arbeit leisten – und genau dafuer braucht man erfahrene SAP-Integrations-Architekten, die gerade extrem schwer zu finden sind.

DSAG-Kritik im Detail: Fuenf zentrale Vorwuerfe

Die DSAG, die groesste SAP-Anwendergruppe weltweit mit ueber 70.000 Mitgliedern in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz, hat Ende April 2026 oeffentlich Stellung bezogen. Die Kritik ist beispiellos scharf fuer eine Organisation, die traditionell konstruktiv mit SAP zusammenarbeitet.

Vorwurf 1 – Fehlende Transparenz: Die DSAG kritisiert, dass die neue API Policy nicht klar dokumentiert, welche APIs konkret betroffen sind. Weder der Umfang der Einschraenkungen noch die genaue Definition von „veroeffentlichten APIs“ sei eindeutig. Der SAP Business Accelerator Hub ist die einzige Referenz – aber SAP kann APIs dort jederzeit hinzufuegen oder entfernen, ohne Kunden oder Partner vorab zu informieren.

Vorwurf 2 – Gefaehrdung der Planungssicherheit: Die DSAG warnt, dass die Policy die strategischen Plaene von Kunden gefaehrdet und deren Innovationsfaehigkeit einschraenkt. Unternehmen, die bereits in KI-Integrationen mit SAP investiert haben, stehen vor der Frage, ob ihre Investitionen ueber Nacht wertlos geworden sind. Die Unsicherheit darueber, ob die API Policy rueckwirkend durchgesetzt wird, laehmt Entscheidungen.

Vorwurf 3 – Geschaeftsmodelle in Gefahr: Fuer SAP-Partner, die ihre Loesungen auf undokumentierten Schnittstellen aufgebaut haben, koennte der Aufwand fuer die Migration erheblich sein – oder ihre Geschaeftsmodelle komplett zusammenbrechen. Viele Partner hatten keine Alternative, weil SAP ueber Jahre hinweg keine veroeffentlichten APIs fuer bestimmte Funktionen angeboten hat.

Vorwurf 4 – Vertragliche Unsicherheit: Die DSAG bemangelt, dass der SAP Business Accelerator Hub und die vage definierte Produktdokumentation noch nicht klar als Vertragsbestandteile etabliert sind. Das bedeutet: SAP kann die Spielregeln jederzeit einseitig aendern, und Kunden haben keine vertragliche Grundlage, um dagegen vorzugehen.

Vorwurf 5 – Innovationsbremse: Die Unsicherheit rund um die API Policy koennte Kunden davon abhalten, ueberhaupt Innovationen – insbesondere KI-basierte – umzusetzen, die sich mit SAP-Systemen verbinden. Das waere ein Paradox: SAP investiert Milliarden in KI (Joule), waehrend die API Policy externe KI-Innovation blockiert.

SAP API POLICY v4/2026: DREI KERNBESCHRAENKUNGEN🔒NUR VEROEFFENTLICHTEAPIs ERLAUBTSAP Business Accelerator Hub= einzige ReferenzUndokumentierte APIs = Vertragsbruch🤖KI-SYSTEMEAUSGESPERRTAbschnitt 2.2.2 verbietetautonome KI-API-NutzungNur SAP-eigene KI (Joule) erlaubt⛏️SCRAPING &MASSENEXTRAKTIONSystematische Datenextraktionund -replikation verbotenDWH-Beladung potenziell betroffenAUSWIRKUNGEN AUF DAS OEKOSYSTEM~300.000SAP-Fachkraefte in DE betroffen70.000+DSAG-Mitglieder alarmiertTausendePartner-Integrationen betroffenJouleSAPs einzige KI-AlternativeQuelle: SAP API Policy v4/2026 (help.sap.com) | DSAG-Stellungnahme April 2026 | The Register, CIO.com

Der Entwickler-Backlash: Stimmen aus der Community

Die Reaktion der SAP-Entwickler-Community war unmittelbar und eindeutig. In SAP-Community-Foren, auf X (ehemals Twitter) und in Fachblogs hagelte es Kritik. Die Vorwuerfe lassen sich in drei Kategorien zusammenfassen.

Vendor Lock-in: Berater und Partner bezeichnen die Policy als klassischen Vendor-Lock-in-Versuch. Indem SAP nur seine eigenen KI-Loesungen als API-kompatibel einstuft, zwingt es Kunden in das SAP-Oekosystem – unabhaengig davon, ob SAPs KI-Angebote fuer den konkreten Use Case die beste Loesung sind. Der Analyst Dion Hinchcliffe fasste es auf X zusammen: Die neue API Policy sei „genau das, was CIOs befuerchtet haben“ und veraendere die Machtdynamik fundamental.

Vertrauensbruch bei undokumentierten APIs: Viele Entwickler und Partner haben ueber Jahre hinweg undokumentierte Schnittstellen genutzt – nicht aus Boesartigkeit, sondern weil SAP fuer bestimmte Funktionen schlicht keine veroeffentlichten APIs angeboten hat. Diese Nutzung wurde von SAP lange toleriert. Dass sie jetzt ploetzlich als Vertragsbruch eingestuft wird, empfinden viele als Vertrauensbruch. Es zerstoert funktionierende Geschaeftsmodelle, die auf einer stillschweigenden Toleranz aufgebaut waren.

Agentic-AI-Blockade: Der aufkommende Trend der agentischen KI – also KI-Systeme, die eigenstaendig Sequenzen von API-Aufrufen planen und ausfuehren – wird durch Abschnitt 2.2.2 fuer SAP-Systeme effektiv blockiert. Unternehmen, die Microsoft Copilot, autonome Integrationsplattformen oder selbstentwickelte KI-Agenten mit SAP verbinden wollten, muessen ihre Plaene ueberdenken. Das ist besonders brisant, weil SAP gleichzeitig seine eigene KI Joule aggressiv vermarktet – eine klassische „Walled-Garden“-Strategie.

💡 Unsere Experteneinschaetzung

Der Backlash ist berechtigt, aber er uebersieht einen entscheidenden Punkt: SAP hat ein legitimes Interesse daran, die Stabilitaet und Sicherheit seiner Systeme zu schuetzen. Unkontrollierte KI-Agenten, die tausende API-Aufrufe pro Minute ausfuehren, koennen produktive SAP-Systeme in die Knie zwingen. Das Problem ist nicht die Intention der Policy, sondern ihre Umsetzung: SAP haette eine Uebergangsperiode von 12-18 Monaten definieren, eine klare API-Roadmap veroeffentlichen und ein Zertifizierungsprogramm fuer Drittanbieter-KI anbieten muessen. Stattdessen hat SAP die Bombe ohne Entschaerfungsmechanismus geworfen. Das wird sich raachen – nicht in Walldorf, sondern im SAP-Partner-Oekosystem.

Datenhoheit im Zeitalter agentischer KI: Das tiefere Problem

Hinter der API-Policy-Debatte verbirgt sich ein fundamentaleres Problem, das der KI-Experte Kai Waehner in seiner Analyse treffend beschrieben hat: Die Frage der Datenhoheit. Wenn SAP den API-Zugang kontrolliert, kontrolliert SAP faktisch auch den Zugang zu den Unternehmensdaten, die in SAP-Systemen gespeichert sind – und das sind in vielen deutschen Unternehmen die wichtigsten Geschaeftsdaten ueberhaupt.

In der Welt agentischer KI, in der KI-Systeme eigenstaendig Daten aus verschiedenen Quellen abrufen, kombinieren und darauf basierend Entscheidungen treffen, wird der API-Zugang zum strategischen Engpass. Wer die APIs kontrolliert, kontrolliert, welche KI-Systeme auf welche Daten zugreifen koennen. SAPs neue Policy sagt im Kern: Nur SAPs eigene KI (Joule) darf das – alle anderen muessen draussen bleiben.

Fuer deutsche Unternehmen, die auf Datensouveraenitaet Wert legen – insbesondere vor dem Hintergrund von DSGVO, EU Data Act und der digitalen Souveraenitaetsstrategie der Bundesregierung – ist das eine heikle Situation. Sie befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen SAPs Plattform-Kontrolle und ihrem eigenen Anspruch auf Datenhoheit. Das ist kein technisches Problem. Das ist ein strategisches.

SPANNUNGSFELD: DATENHOHEIT vs. SAP-PLATTFORM-KONTROLLEUNTERNEHMENDatenhoheit | DSGVOEU Data Act | SouveraenitaetMulti-Vendor-KI-StrategieEigene KI-AgentenFreier DatenzugangSAPAPI Policy v4/2026Plattform-KontrolleNur veroeffentlichte APIsNur Joule als KI-ZugangWalled-Garden-StrategieKONFLIKTZONEWer kontrolliert denKI-Zugang zuUnternehmensdaten?API = MachtinstrumentDatenextraktion vs.SystemstabilitaetErgebnis: Deutsche Unternehmen muessen zwischen SAP-Compliance und KI-Innovationsfreiheit waehlen – oder teure Architektur-Alternativen bauen

Auswirkungen auf deutsche Entwickler und SAP-Teams

Die API Policy v4/2026 hat unmittelbare Konsequenzen fuer verschiedene Gruppen im deutschen SAP-Oekosystem. Hier die wichtigsten Szenarien:

SAP-Inhouse-Entwickler in Konzernen

Wenn Sie als SAP-Entwickler in einem deutschen Konzern arbeiten – ob bei Siemens, Daimler, BASF oder einem Mittelstaendler – muessen Sie sofort pruefen, welche Ihrer bestehenden Integrationen auf undokumentierten APIs basieren. Die Erfahrung zeigt: In einem typischen SAP-Landschaft mit 50+ Schnittstellen nutzen mindestens 20-30% undokumentierte oder interne APIs. Jede einzelne davon ist jetzt potenziell ein Compliance-Verstoss.

Besonders kritisch wird es bei KI-Projekten. Wenn Ihr Unternehmen bereits autonome KI-Systeme oder Copilot-Integrationen mit SAP-Daten nutzt, stehen diese Projekte unter dem Damoklesschwert von Abschnitt 2.2.2. Die Frage ist nicht ob, sondern wann SAP beginnt, die Policy durchzusetzen.

SAP-Partner und ISVs

Fuer Independent Software Vendors (ISVs) und SAP-Partner ist die Lage noch dramatischer. Partner, die ihre Loesungen auf undokumentierten Schnittstellen aufgebaut haben, muessen ihre gesamte technische Architektur ueberarbeiten – oder riskieren, dass SAP ihre Loesung als nicht-kompatibel einstuft. Die DSAG warnt explizit, dass fuer manche Partner der Aufwand so erheblich sei, dass Geschaeftsmodelle zusammenbrechen koennten.

Das trifft insbesondere mittelstaendische SAP-Partner in Deutschland, die oft hochspezialisierte Nischenloesungen anbieten. Ein Integrationsspezialist mit 50 Mitarbeitern in Stuttgart hat nicht die Ressourcen, seine gesamte Plattform in 6 Monaten umzubauen – waehrend SAP die Policy schon durchsetzt.

Freelancer und Berater

Fuer SAP-Freelancer und -Berater eroeffnet die Situation paradoxerweise enorme Chancen. Die Nachfrage nach Spezialisten, die SAP-Migrationen auf Clean Core und BTP durchfuehren koennen, wird in den naechsten 12 Monaten explodieren. Wer jetzt Erfahrung mit dem SAP Business Accelerator Hub, OData/REST-Services und BTP-Wrappern aufbaut, wird Premium-Tagessaetze erzielen.

💡 Unsere Experteneinschaetzung

Die API Policy v4/2026 wird den deutschen SAP-Arbeitsmarkt in zwei Lager spalten: diejenigen, die die Migration auf veroeffentlichte APIs und Clean Core beherrschen, und diejenigen, die es nicht tun. Wir schaetzen, dass in den naechsten 18 Monaten rund 5.000-8.000 neue Stellen fuer SAP-Integrations-Architekten, BTP-Entwickler und API-Migrationsexperten in Deutschland entstehen werden. Gleichzeitig werden 3.000-5.000 bestehende Rollen obsolet, die auf Legacy-Integrationen mit undokumentierten APIs basieren. Das ist kein sanfter Uebergang – das ist ein Bruch.

Clean Core als Ausweg: Die technische Loesung

Die von SAP empfohlene Strategie zur Compliance mit der neuen Policy heisst Clean Core. Das Konzept ist einfach erklaert, aber in der Umsetzung komplex: Anstatt direkt auf interne SAP-APIs zuzugreifen, baut man einen „Wrapper“ ueber die SAP Business Technology Platform (BTP), der die benoetigten Daten ueber stabile, veroeffentlichte OData- oder REST-Services bereitstellt.

Konkret sieht das so aus: Wenn eine bestehende Integration eine undokumentierte SAP-API nutzt, wird diese Integration nicht direkt auf eine veroeffentlichte API umgestellt (die moeglicherweise nicht existiert), sondern auf einen BTP-Service umgeleitet. Dieser BTP-Service nutzt SAP-interne Werkzeuge wie ABAP Development Tools (ADT), um die Daten aus dem SAP-Kern zu extrahieren und als veroeffentlichte API bereitzustellen. Die „Nicht-Compliance“ verschiebt sich damit vom SAP-Kern auf eine verwaltete BTP-Schicht.

Fuer Entwickler bedeutet das: Wer SAP BTP, ABAP Cloud und OData-Services beherrscht, ist Gold wert. Die Clean-Core-Migration wird der groesste SAP-Infrastrukturumbau seit der S/4HANA-Einfuehrung – und er kommt genau parallel zur laufenden Transformationswelle.

CLEAN CORE MIGRATIONSPFAD: VON UNDOKUMENTIERTEN ZU COMPLIANT APIsVORHER (Non-Compliant)Externes SystemDirektUndokumentierteSAP API❌ Vertragswidrig ab v4/2026MigrationNACHHER (Compliant)Externes SystemBTP WrapperOData/RESTSAP Kern(ADT)✓ Compliant | Stabil | DokumentiertBENOETIGTE SKILLS FUER DIE MIGRATIONSAP BTPABAP CloudOData v4 / RESTADT / RAPAPI MgmtPrognostizierte Nachfrage nach diesen Skills in DE: +150-200% in den naechsten 12 Monaten

Was deutsche SAP-Teams jetzt tun muessen: 6 konkrete Schritte

Die API Policy v4/2026 ist kein theoretisches Papier – sie hat sofortige praktische Konsequenzen. Hier sind die sechs wichtigsten Massnahmen, die jedes deutsche Unternehmen mit SAP-Integrationen sofort umsetzen sollte:

1. Sofortiges API-Audit durchfuehren: Identifizieren Sie alle Schnittstellen zu Ihren SAP-Systemen und klassifizieren Sie sie: veroeffentlichte APIs (im SAP Business Accelerator Hub gelistet), undokumentierte APIs (intern, privat, nicht gelistet) und KI-basierte Integrationen (autonome Agenten, Copilot, Scraping-Tools). Jede Schnittstelle, die nicht in Kategorie 1 faellt, ist potenziell non-compliant.

2. Risikoklassifizierung erstellen: Nicht alle non-compliant Integrationen sind gleich dringend. Priorisieren Sie nach Geschaeftskritikalitaet, Sichtbarkeit (SAP sieht API-Aufrufe) und Migrationsaufwand. Beginnen Sie mit den Integrationen, die das hoechste Risiko und den geringsten Migrationsaufwand haben.

3. Clean-Core-Migrationsplan erstellen: Fuer jede non-compliant Integration muessen Sie einen Migrationspfad definieren: Entweder auf eine veroeffentlichte API im Business Accelerator Hub umstellen oder einen BTP-Wrapper bauen. Der Migrationsplan sollte realistische Zeitleisten enthalten – rechnen Sie pro Integration mit 2-8 Wochen, je nach Komplexitaet.

4. KI-Integrationen sofort ueberpruefen: Pruefen Sie, ob Ihre KI-Projekte unter Abschnitt 2.2.2 fallen. Wenn ja, muessen Sie entweder auf SAP-konforme Architekturen umstellen (z.B. ueber Joule oder SAP AI Core) oder die KI-Systeme so umbauen, dass sie nicht „Sequenzen von API-Aufrufen planen, auswaehlen oder ausfuehren“.

5. SAP-Vertraege pruefen: Lassen Sie Ihre Rechtsabteilung die bestehenden SAP-Vertraege im Licht der neuen API Policy pruefen. Klaeren Sie, ob die Policy Vertragsbestandteil ist, welche Konsequenzen ein Verstoss hat und ob Bestandsschutz fuer bestehende Integrationen gilt.

6. Entwickler-Team weiterbilden: Investieren Sie sofort in Schulungen fuer SAP BTP, ABAP Cloud, OData v4, RESTful ABAP Programming (RAP) und API Management. Diese Skills werden in den naechsten 12 Monaten ueber die Zukunft Ihrer SAP-Landschaft entscheiden. Qualifizierte Entwickler mit diesen Faehigkeiten koennen bereits jetzt deutlich hoehere Gehaelter verhandeln.

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Prognose: Wie geht es weiter?

Die API Policy v4/2026 ist erst der Anfang. Basierend auf unserer Analyse des SAP-Oekosystems und der Marktdynamik erwarten wir folgende Entwicklungen in den naechsten 6-12 Monaten:

SAP wird nachbessern muessen: Der Druck von DSAG, Partnern und Kunden wird SAP zwingen, die Policy zu praezisieren. Wir erwarten bis Q3 2026 eine aktualisierte Version (v4.1 oder v4.2) mit klareren Definitionen, einer API-Roadmap und moeglicherweise einer Uebergangsperiode fuer bestehende Integrationen. SAPs eigener Anspruch, als innovationsfreundliche Plattform wahrgenommen zu werden, steht auf dem Spiel.

KI-Zertifizierungsprogramm: Wir rechnen damit, dass SAP ein Zertifizierungsprogramm fuer Drittanbieter-KI-Loesungen einfuehren wird – aehnlich dem bestehenden Partner-Zertifizierungsprogramm. KI-Anbieter koennten dann ihre Loesungen von SAP zertifizieren lassen und erhalten damit den API-Zugang. Das waere ein Kompromiss zwischen Systemsicherheit und Innovationsfreiheit – und eine neue Einnahmequelle fuer SAP.

Rechtliche Auseinandersetzungen: Mindestens 2-3 groessere SAP-Partner werden rechtlich gegen die Policy vorgehen, insbesondere wegen des Bestandsschutzes fuer bestehende Integrationen. Die Frage, ob SAP einseitig die Spielregeln aendern kann, wird vor deutschen Gerichten geklaert werden – und das koennte SAPs Position schwaechern.

Boom im BTP-Markt: Die Clean-Core-Migration wird den Markt fuer SAP BTP-Services in Deutschland um geschaetzte 30-40% wachsen lassen. Systemhaeuser, die frueh in BTP-Kompetenz investiert haben, werden die grossen Gewinner sein. Gleichzeitig wird der Markt fuer Legacy-SAP-Services (ECC-Customizing, undokumentierte Integrationen) noch schneller schrumpfen, als ohnehin erwartet.

💡 Unsere Experteneinschaetzung

Die API Policy v4/2026 ist SAPs Version des Apple-App-Store-Moments: ein Plattformbetreiber, der die Regeln des Oekosystems einseitig definiert. Wie bei Apple wird es Widerstand geben, rechtliche Auseinandersetzungen und regulatorische Pruefungen – aber am Ende wird sich die Plattform durchsetzen, weil die Wechselkosten zu hoch sind. Fuer deutsche Unternehmen bedeutet das eine unangenehme Wahrheit: Wenn Ihre Kerngeschaeftsprozesse in SAP laufen, laufen sie nach SAPs Regeln. Die einzige echte Versicherung gegen diese Abhaengigkeit ist eine robuste Multi-Cloud- und Multi-Vendor-Datenstrategie – und die braucht erstklassige Integrations-Architekten. Genau diese Fachkraefte werden in den naechsten 12 Monaten zu den meistgesuchten IT-Profis Deutschlands gehoeren.

Haeufig gestellte Fragen

Was aendert die SAP API Policy v4/2026 konkret?

Die SAP API Policy v4/2026 beschraenkt den Systemzugriff auf veroeffentlichte, dokumentierte APIs im SAP Business Accelerator Hub. Abschnitt 2.2.2 verbietet ausdruecklich die Nutzung von SAP-APIs durch (semi-)autonome oder generative KI-Systeme, die API-Aufrufe planen, auswaehlen oder ausfuehren. Undokumentierte Schnittstellen, die jahrelang toleriert wurden, sind ab sofort vertragswidrig. Ausserdem wird Scraping und grossflaechige Datenextraktion verboten.

Warum kritisiert die DSAG die neue SAP API Policy?

Die DSAG kritisiert vor allem die fehlende Transparenz: Es ist nicht klar dokumentiert, welche APIs konkret betroffen sind und wie weit die Einschraenkungen reichen. Die Nutzergruppe warnt, dass die Policy die Planungssicherheit von Kunden gefaehrdet, bestehende Geschaeftsmodelle von Partnern zerstoeren kann und Innovationen – insbesondere KI-basierte – blockiert. Zudem sei der SAP Business Accelerator Hub nicht klar als Vertragsbestandteil definiert.

Welche Auswirkungen hat die API Policy auf SAP-Partner und -Entwickler?

Partner, die bisher undokumentierte Schnittstellen genutzt haben, muessen ihre Integrationen auf veroeffentlichte APIs migrieren. Fuer manche Partner koennten Geschaeftsmodelle komplett wegfallen. Entwickler muessen Clean-Core-Strategien umsetzen und BTP-Wrapper fuer nicht veroeffentlichte Funktionen bauen. Gleichzeitig entstehen neue Jobchancen: SAP-BTP-, ABAP-Cloud- und API-Management-Experten werden extrem gefragt sein.

Was muessen deutsche Unternehmen jetzt tun?

Unternehmen sollten sofort ein API-Audit durchfuehren, alle undokumentierten Schnittstellen identifizieren und einen Migrationsplan auf veroeffentlichte APIs erstellen. Fuer Luecken empfiehlt sich der Aufbau von Clean-Core-Wrappern ueber SAP BTP. KI-Integrationen muessen auf SAP-konforme Architekturen umgestellt werden. Bestehende SAP-Vertraege sollten rechtlich geprueft und Entwicklerteams in BTP, ABAP Cloud und OData weitergebildet werden.

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